Kanu- und Skigesellschaft 1921 e.V.
Mainz-Mombach


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Berichte


Bericht der Jugendfahrten für März

Hallo, wir sind es mal wieder, die WW-Fahrer. Heute berichte ich über die Fahrten an den Kellenbach und die Murg. Alles begann am 02.03.08, als es hieß, der Kellenbach hat 1,30m Pegel. Schnell entschlossen sich 3 Paddler (Mark Denny, Felix Krämer und Martin Veith) eine Tour auf dem Bach durchzuführen. Es wollten eventuell noch ein Paar von Guntersblum mitfahren, die uns aber am Morgen absagten. Also Boote aufs Dach und los ging die Reise. Auf der Autobahn Höhe Bingen erreichte mich ein Anruf. Dieser verkündete uns, dass die Guntersblumer sich jetzt doch auf den Weg gemacht hatten. Also Tempo runter und nach Gemünden cruisen. Dort angekommen, Boote abgeladen und die Autos versetzt. Danach standen wir unendliche 1 -1 ½ Stunden am Bach und warteten. Der Wettergott war uns hold, denn es regnete unentwegt ;-). Kaum waren Sie da, ging es aufs Wasser. Die Fahrt hatte ein paar Überraschungen für uns parat. Denn an diesem Wochenende wütete Sturm EMMA und das nicht zu knapp. Dort ein Baum, hier ein Ast und wie sollte es anders sein erwischte es unseren einzigen Anfänger (Guntersblum), der mit einem Baum Bekanntschaft machte und schwimmen ging. Es machte viel Spaß bei dem Pegel. Die Wehre hatten alle eine etwas größere Welle am Ende stehen, wo es sich gut surfen lies. Die Waldschlucht war nicht so interessant bei dem Pegel, da das Wasser nur so über die Steine lief. Kurz vorm Ende hatte unser Denny seinen Meister gefunden, ein Baum, der ¾ des Baches versperrte, wurde ihm zum Verhängnis als er mit Volldampf drüber bouncen wollte und dabei umkippte. Das Boot vorm Stamm und das Paddel, was er an die Oberfläche hob zum eskimotieren auf der anderen Seite. Es geschah was geschehen musste, er rollte gegen den Baum und hielt sich irgendwie an ihm fest. Das war ein Bild für die Götter. Jeder von den anderen konnte sich kaum einkriegen vor lachen. Es dauerte ungefähr 1-2 Minuten bis er wieder richtig rum im Boot saß ohne auszusteigen. Wir fuhren das letzte Wehr ab und stiegen aus. Schnell umgezogen, Autos geholt und die Boote aufgeladen. Jetzt schnell den Heimweg antreten. Allem in allem war das eine ganz schöne Tour.







Das Wochenende drauf, es war der 08.03.08, wurde mal wieder der Pegel gecheckt. 1,10m auf dem Kellenbach war noch vollkommen ausreichend also fuhren wieder 4 Paddler (Steffi Wild, Felix Krämer, Johannes Stuppert und Martin Veith) fort um Spaß auf dem Bach zu haben. Steffi und Felix fuhren im Topo Duo, Hannes und Ich im Einer. Da wir ja wussten was es für neue Hindernisse gab, fuhr ich diese einzeln an und schaute ob wir mit dem Zweier durchkommen würden. Ich sage vorweg: Wir kamen alle durch und keiner steckt noch irgendwo zwischen Gemünden und Königsau auf einem Baum. An der Waldschlucht angekommen, sahen wir erst richtig wie hoch das Wasser war und was EMMA alles abgebrochen hatte. Am Eingang zu der Passage war sehr viel Holz angeschwemmt worden und hatte sich quer vor die Steine gesetzt. Es war anspruchsvoller als beim höheren Pegel. Schnell war wieder das Ziel in Sicht. Die Fahrt machte Spaß und unser eingestaubter Hannes hatte sogar ein Lächeln auf dem Gesicht als wir am Ende der Tour waren. Ich glaube das war für Steffi die erste Tour auf einem Wildbach. Wir stiegen aus und machten uns auf den Heimweg. Und wieder eine gelungene Tour.





Die Jungfernfahrt auf der Murg stand für mich auf dem Programm. Am 15.03.08 um 07:30 Uhr trafen sich zwei Bekloppte (Felix Krämer und Martin Veith) im Verein mit Ziel Au an der Murg. Wir luden unseren Kram ein und fuhren los. 200 km später in Au angekommen, sahen wir uns den Ausstieg an und frühstückten in aller Ruhe. Danach ging es ans Boote Abladen und Sachen anziehen. Mit voller Montur und unseren Booten stiegen wir in den Zug. In Forbach stiegen wir aus und gingen zum Einstiegspunkt. Mir war sehr mulmig in der Magengegend und als ich in Krämer’s Gesicht sah, wurde mir klar - das wird kein Zuckerschlecken. Er erzählte mir, dass sie normalerweise immer an dem Steg eingestiegen wären. Der Steg war ungefähr 30-40 cm unter Wasser. Also kneifen gilt nicht - rein ins Boot. Die wilde Fahrt ging los. Ein paar harmlose Wellen, die ungefähr eine Höhe von 1,5m hatten, wurden schnell hinter uns gelassen. Dann wurde es ruppiger. Die Walzen waren enorm und das Adrenalin stieg. Wir schauten uns die Stellen erst mal an. Los geht’s rein in die Strömung und in das angepeilte Kehrwasser auf der anderen Seite. Felix fuhr sanft ins Kehrwasser. Ich schaffte es nicht und ab ging die wilde Hatz durch die erste große Walze. Die Wasserwucht hatte ich etwas unterschätzt. Als ich einschlug, konnte ich mein Paddel nicht vorne halten und bekam es genau in meinen Gesichtsschutz vom Helm. Endlich geschafft, dachte ich, aber die Walze setzte zum Gegenangriff an und zog mich rückwärts. Ich kam mir vor wie ein Duracell–Hase, der einfach nicht vom Fleck kommt. Puh und ich schnauptedurch als es weiter ging und schon wieder so ein Brecher vor mir, ab und durch, war mein einzigster Gedanke und danach ins nächste Kehrwasser. Mit Anlauf ging es durch die Walze – geschafft – Kehrwasser, Puls absenken lassen. Felix der mir direkt gefolgt war, kam auch ins Kehrwasser. Wir hatten ungefähr 1 – 1,5 km zurückgelegt und waren schon eine ¾ Stunde unterwegs. Wir schauten uns um und sahen eine noch heftigere Stelle, die ich mir erst ansehen wollte. Gesagt getan, mal wieder raus aus dem Boot und anschauen. Der Respekt vor dem Fluss wurde bei mir allmählich zu einem immer stärker werdenden Angstgefühl. Mir war das nicht geheuer. Der Fluss hatte eine wahnsinnige Geschwindigkeit drauf. Ich stellte mir vor einer von uns schwimmt, dann heißt es ab und hinterher, komme was wolle. Das Risiko war mir einfach zu hoch und wir beschlossen wieder nach Forbach zu gehen. Also ab ins Boot, da wir auf der falschen Seite waren und mit Schmackes rüber. Dort angekommen, aussteigen und ab durch den Wald (I’m walking). Die Sonne brannte auf uns herab mit unseren Neo´s und Paddeljacken. Eine Sauna hätte glaube ich keiner mehr von uns beiden gebraucht. Oben angekommen, sahen wir geraden den Zug abfahren - also eine Stunde warten. Es waren mollige 20°C und die schwarzen Neo´s taten den Rest. Endlich kam der Zug! Ab nach Au, die Boote aufs Dach und nach Hause. Zuhause dachte ich: Super, 400 km Auto fahren für 1,5 km Boot fahren (der Co² Ausstoß lässt grüßen)! Schnell den PC an und nach dem Pegel schauen - und was sah ich - eine Welle, die mir sagte, dass genau in dem Zeitfenster wo wir auf dem Fluss waren die Staustufe oberhalb geöffnet wurde. Der Pegel war 1,10m als wir los fuhren, ca. 30 Min. bevor wir aufs Wasser gingen stieg dieser um 40cm. Ich weiß auf jeden Fall, dass ich noch mal hinfahre, wenn auch nicht gerade bei 1,50 m, aber darunter wird das garantiert Spaß machen.


Zweiter Versuch als am darauf folgenden Wochenende (21.03.08) es hieß die Murg läuft. Also trafen sich 4 Paddler (Mark Denny, Timo Beckers, Josef Baumann, und Martin Veith) zur Murgfahrt im Bootshaus und los ging’s. Die Anfahrt versprach einiges. Als wir von der Autobahn abfuhren wurden die ersten weißen Zuckerhüte auf den Bergen gesehen und es wurde merklich kälter. Endlich am Einstiegspunkt angekommen wurde sich umgezogen und abgeladen. Das Auto zum Ausstieg gefahren und mit dem Zug wieder nach Forbach gefahren. Der Pegel war ca. 1,00 m. Die ersten Meter sahen so aus als wäre ich noch nie auf diesem Bach gewesen. Das mulmige Gefühl in der Magengegend wie schon beim ersten Mal fuhr wieder mit. Schnell waren wir an der Stelle wo ich die Woche davor noch ausgestiegen bin und weiter ging’s. Man merkte sofort, dass der Josef ein Abfahrtsfahrer ist. Kurz die Stelle angesehen und die schnellste Linie ausgesucht. Unser Mark machte es sichtlich Spaß kurz vor der Walze mit dem Paddeln aufzuhören und das Paddel hochzuhalten. Das erfreute uns immer so sehr, dass wir ihm jedes Mal mit „Depp“ beschimpften. Worauf er mit dem Bach das Fluchen begann. Natürlich musste er noch einen drauf setzen. An einem Wehr wurde an die Kante gefahren und besichtigt. Der Mark lag schräg zum Wehr und sah vor sich die lang gezogene Abfahrt. Also schnell das Boot gerade gelegt. Was er übersah, war das als sein Boot gerade war, die Abfahrt ca. 1 m neben ihm endetet. Er gab Gas der Timo schrie noch und plötzlich war er weg. Es ging ca. 2,5 m senkrecht auf einen Betonabsatz runter. Puh es war nichts passiert und der „Depp“ konnte nur lachen (Adrenalin). Nach noch ein Paar verbalen Attacken ging es dann weiter Richtung Ausstieg. Noch ein Wehr und dann war es geschafft. Ich war glücklich über meine Erstbefahrung der unteren Murg. Es hatte mal wieder sehr viel Spaß gemacht. Die Heimfahrt wurde erst interessant, als es begann wie bekloppt zu schneien und Ruckzuck waren 5cm geschlossene Schneedecke auf der Autobahn. Mein Beifahrer Mark verkrampfte ab und zu mit den Beinen oder der Hand am Armaturenbrett wenn mal wieder eine Schneematsch Ladung vom Gegenverkehr auf die Scheibe flog und es für 1-3 Sekunden dunkel wurde - je nach Scheibenwischer Intervall. Im Verein angekommen, schnell die Sachen ausladen, aufhängen und ab nach Hause.







Der Pegel stimmt und es ging mal wieder an den Kellenbach am 23.03.08 mit zwei Personen (Pascal Hirschmüller und Martin Veith). Schnell den Topo Duo aufgeladen und los ging’s. In Gemünden angekommen wurde schnell alles ausgeladen und der Pascal wurde in den Neo gesteckt und mit Tee gewärmt. Denn er musste jetzt auf mich warten bis ich das Auto versetzte (ca. 30min). Die Temperatur lag bei -2°C. Also fuhr ich los und stellte das Auto ab, schnell umgezogen und das Fahrrad aus dem Kofferraum. Als ich wieder in Gemünden war, hatte ich leichten Gefrierbrand -zumindest kam mir das so vor. Dann kam das Schlimmste: Raus aus den Sachen und rein in den eiskalten Neo! Schnell noch die Sachen im Boot verstaut und ab ging es.
Pegel 1,20 m Wasser und Luft zu kalt !!!!
Pascal, der von mir noch Handschuhe bekommen hatte, spürte bald seine Finger nicht mehr - nur noch einen stechenden Kälteschmerz der immer schlimmer wurde. Also Vollgas, um dem Leiden ein Ende zu machen. Dieses Schmerzgefühl hatte ich schon beim Fahrrad fahren überwunden. Es war sehr viel Treibgut im Bach, sodass man an manchen Stellen sehr vorsichtig heran fahren und sie besichtigen musste. Die ersten Wehre waren schnell hinter uns und schon ging es an der Mauer vorbei in Richtung Waldschlucht. Dort angekommen waren mehrere Bäume quer im Fahrwasser oder versperrten die angepeilten Kehrwasser. Doch auch dort kamen wir durch und schnell weiter zum Ausstieg. Noch ein Wehr runter und raus aus dem Boot. Schnell Tee in den Becher und die Finger am Becher gewärmt. Das Auto aufgemacht und rein in die trockenen und auch bald warmen Sachen, dachten wir. Doch so schnell ging das gar nicht, erst musste der kleine aber doch hartnäckige Eispanzer von den Schwimmwesten entfernt werden. Dann das Boot aufs Dach und wieder nach Gemünden um mein Fahrrad zu holen. Die Heizung für die Sitze, sowie das Gebläse auf vollekanne gestellt. Jetzt ging es in aller Ruhe nach Hause und der Pascal schwor sich den Bach nur noch im Sommer bzw. bei mindestens +15°C Außentemperatur zu fahren. Immerhin war dieses seine erste Wildbachbefahrung und dafür beide Daumen hoch!!!!!!!!!!!!
Ich freue mich schon aufs nächste Mal - bei +15°C und Sonnenschein.











PS. Die Bilder sind Filmausschnitte und deshalb net so scharf.

Hiermit verabschiede ich mich mit einen Ahoi

Martin Veith


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